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KI Grundlagen

ChatGPT, Claude, Gemini & Co.: Die KI-Landschaft verstehen

Sebastian Rydz31. Oktober 202516 min Lesezeit

Einleitung

Stell dir vor, du stehst im Elektronikmarkt vor dem Regal mit Smartphones. Samsung, Apple, Xiaomi, Google: Alle versprechen das Beste. Du weißt, dass du ein gutes Gerät willst, aber welches ist das richtige für dich? Genau so fühlt sich der Einstieg in die Welt der KI-Assistenten an. ChatGPT hier, Claude da, Gemini dort, und alle scheinen irgendwie dasselbe zu können, oder?

Die gute Nachricht vorweg: Du musst nicht alle kennen, und du musst auch keine Wissenschaft daraus machen. Es reicht völlig, wenn du verstehst, was die wichtigsten Unterschiede sind und welches Tool für deine Bedürfnisse am besten passt. Manche Menschen schwören auf einen einzigen Anbieter, andere wechseln je nach Aufgabe. Beides ist völlig in Ordnung.

Genau darum geht es in diesem Artikel: Du bekommst einen klaren Überblick über die großen KI-Assistenten, erfährst, was sie können, was sie kosten und für wen sich welches Tool lohnt. Am Ende wirst du selbstbewusst entscheiden können, womit du starten möchtest.

Die großen Sprachmodelle im Überblick

Bevor wir in die Details gehen, eine kurze Einordnung: Wenn Menschen von ChatGPT, Claude oder Gemini sprechen, meinen sie damit KI-Assistenten, die auf sogenannten Large Language Models basieren, also auf großen Sprachmodellen. Das sind die Systeme, die wir im vorherigen Artikel kennengelernt haben. Sie wurden mit riesigen Textmengen trainiert und können dadurch menschenähnlich kommunizieren.

Lass mich dir die wichtigsten Anbieter vorstellen, die du kennen solltest:

ChatGPT von OpenAI ist der bekannteste KI-Assistent und hat den aktuellen KI-Boom praktisch gestartet. Im November 2022 kam ChatGPT auf den Markt und erreichte innerhalb von nur zwei Monaten über 100 Millionen Nutzer. Das war schneller als jede andere Anwendung in der Geschichte. Zum Vergleich: TikTok brauchte neun Monate für diese Marke, Instagram zweieinhalb Jahre. Heute nutzen über 800 Millionen Menschen weltweit ChatGPT jede Woche. Wenn jemand von KI spricht, meint er oft automatisch ChatGPT. Das System ist vielseitig einsetzbar, hat eine riesige Nutzergemeinschaft und wird ständig weiterentwickelt.

Claude von Anthropic ist der vielleicht wichtigste Herausforderer. Das Unternehmen Anthropic wurde 2021 von sieben ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet, darunter die Geschwister Dario und Daniela Amodei. Dario war zuvor Vizepräsident für Forschung bei OpenAI und leitete dort die Entwicklung von Sprachmodellen wie GPT-2 und GPT-3. Das Team legte von Anfang an besonderen Wert auf Sicherheit und hilfreiche Antworten. Claude startete im März 2023 und hat heute etwa 19 Millionen monatliche Nutzer. Das System gilt als besonders gut beim Schreiben längerer Texte, beim Analysieren von Dokumenten und beim Führen natürlicher Gespräche. Viele Nutzer beschreiben Claude als den freundlichsten und nuanciertesten KI-Assistenten.

Gemini von Google bringt die volle Kraft der Google-Infrastruktur mit. Das System ist tief in Google-Dienste integriert und kann auf aktuelle Informationen aus dem Internet zugreifen. Wenn du bereits viel mit Google-Produkten arbeitest (Gmail, Google Docs, Google Suche), ist Gemini eine naheliegende Wahl.

Copilot von Microsoft ist Microsofts Antwort auf den KI-Boom und basiert auf der Technologie hinter ChatGPT. Der große Vorteil: Copilot ist direkt in Windows, Microsoft Edge und die Office-Programme integriert. Wenn du täglich mit Word, Excel oder Outlook arbeitest, hast du hier einen natürlichen Einstiegspunkt.

Diese vier sind die bekanntesten KI-Assistenten, aber die Landschaft ist größer. Weiter unten in diesem Artikel stelle ich dir weitere interessante Alternativen vor, darunter das aufsehenerregende DeepSeek aus China, den Recherche-Spezialisten Perplexity und mehrere Open-Source-Modelle. Unser Promptgenerator unterstützt all diese Tools.

Kostenlos vs. bezahlt: Was lohnt sich für wen?

Eine Frage, die viele Menschen beschäftigt: Muss ich für KI-Assistenten bezahlen, oder reichen die kostenlosen Versionen? Die kurze Antwort: Für den Einstieg und für gelegentliche Nutzung reichen die Gratisversionen völlig aus.

Hier eine Analogie, die ich hilfreich finde: Denk an Streaming-Dienste. Spotify Free gibt es kostenlos mit Werbung und einigen Einschränkungen. Für die meisten Gelegenheitshörer reicht das. Wer aber viel Musik hört, keine Werbung will und Offline-Funktionen braucht, zahlt gerne für Premium. Genauso ist es mit KI-Assistenten.

Die kostenlosen Versionen bieten dir in der Regel Zugang zu den grundlegenden Funktionen. Du kannst Fragen stellen, Texte schreiben lassen, Ideen sammeln und vieles mehr. Die Einschränkungen betreffen meist drei Bereiche: Du bekommst Zugang zu älteren oder weniger leistungsfähigen Modellen, du hast eine begrenzte Anzahl an Anfragen pro Tag, und manche Zusatzfunktionen wie Bildgenerierung oder erweiterte Analysen fehlen.

Bei ChatGPT etwa kannst du die kostenlose Version unbegrenzt nutzen, bekommst aber nicht das neueste Modell und hast keinen Zugriff auf erweiterte Funktionen. Claude bietet ebenfalls eine Gratisversion mit täglichem Nutzungslimit. Gemini ist über die Google-Suche kostenlos verfügbar, und Copilot kannst du im Edge-Browser oder über Bing ohne Bezahlung nutzen.

Die bezahlten Versionen kosten bei allen großen Anbietern etwa 20 Dollar pro Monat (umgerechnet circa 18 bis 20 Euro). ChatGPT Plus, Claude Pro und Gemini Advanced liegen alle in diesem Preisbereich. Diese Abos schalten mehrere Vorteile frei: Du bekommst Zugang zu den leistungsfähigsten und neuesten Modellen, die oft deutlich bessere Ergebnisse liefern. Du kannst mehr Anfragen stellen, ohne an Grenzen zu stoßen. Und du erhältst Zusatzfunktionen wie das Erstellen von Bildern, das Hochladen und Analysieren von Dokumenten oder das Durchsuchen des Internets in Echtzeit.

Für wen lohnt sich was? Hier eine ehrliche Einschätzung:

Die kostenlose Version reicht für dich, wenn du KI gelegentlich nutzt, etwa ein paar Mal pro Woche für einfache Aufgaben wie Textkorrekturen, Ideensammlung oder schnelle Fragen. Wenn du erst einmal ausprobieren willst, was KI überhaupt kann, ist die Gratisversion der perfekte Startpunkt.

Ein bezahltes Abo lohnt sich, wenn du KI regelmäßig im Beruf nutzt, längere oder komplexere Texte erstellen willst, mit Dokumenten arbeitest oder einfach keine Einschränkungen haben möchtest. Selbstständige, die täglich Angebote schreiben, Büroangestellte, die regelmäßig Berichte erstellen, oder Kreative, die KI für Brainstorming nutzen: Für sie rechnet sich ein Abo oft schnell.

Mein Tipp: Starte mit der kostenlosen Version. Nutze sie ein paar Wochen lang intensiv. Erst wenn du merkst, dass du regelmäßig an Grenzen stößt, lohnt sich ein Upgrade. Die meisten Anbieter bieten zudem kostenlose Testzeiträume für ihre Premium-Versionen an.

Stärken und Schwächen der verschiedenen Anbieter

Kein KI-Assistent ist in allen Bereichen der Beste. Jedes System hat seine Stärken und Schwächen. Das ist wie bei Autos: Ein Sportwagen ist toll auf der Autobahn, aber unpraktisch beim Großeinkauf. Ein Kombi bietet viel Platz, ist aber weniger wendig in der Stadt. Schauen wir uns an, wo jeder Anbieter glänzt und wo er Schwächen zeigt.

ChatGPT ist der Allrounder unter den KI-Assistenten. Seine größte Stärke ist die Vielseitigkeit: Es gibt kaum eine Aufgabe, die ChatGPT nicht zumindest zufriedenstellend erledigt. Die riesige Nutzerbasis von über 800 Millionen wöchentlichen Nutzern bedeutet auch, dass du online unzählige Tipps, Anleitungen und Beispiele findest. Die Schwäche: Bei sehr langen Texten oder komplexen Analysen erreicht ChatGPT manchmal seine Grenzen. Außerdem kann das System bei der kostenlosen Version zu Stoßzeiten langsamer sein.

Claude punktet besonders bei längeren, anspruchsvollen Texten und bei der Analyse von Dokumenten. Wenn du einen 50-seitigen Vertrag hochlädst und Fragen dazu stellst, liefert Claude oft die durchdachtesten Antworten. Auch der Schreibstil gilt als besonders natürlich und angenehm. Die Schwächen: Claude ist mit etwa 19 Millionen monatlichen Nutzern deutlich weniger verbreitet als ChatGPT, weshalb du online weniger Tipps und Anleitungen findest. Außerdem ist Claude manchmal sehr vorsichtig und lehnt Anfragen ab, die andere Systeme problemlos beantworten.

Gemini hat einen entscheidenden Vorteil: die Integration in das Google-Ökosystem. Wenn du bereits Gmail, Google Docs und Google Kalender nutzt, kann Gemini direkt auf diese Daten zugreifen und personalisierte Hilfe bieten. Außerdem kann Gemini auf aktuelle Informationen aus dem Internet zugreifen, ohne dass du extra danach fragen musst. Die Schwäche: Gemini ist bei kreativen Aufgaben und beim freien Schreiben oft weniger stark als ChatGPT oder Claude.

Copilot ist dein Freund, wenn du täglich mit Microsoft-Produkten arbeitest. Stell dir vor, du sitzt in Word und brauchst Hilfe beim Formulieren. Copilot ist direkt da, ohne dass du das Programm wechseln musst. Das Gleiche gilt für Excel, PowerPoint und Outlook. Die Schwäche: Außerhalb des Microsoft-Universums ist Copilot weniger praktisch. Auch bei sehr spezialisierten Aufgaben hinkt er den spezialisierten Konkurrenten manchmal hinterher.

Der Punkt ist: Es gibt keinen eindeutigen Gewinner. Das beste Tool ist das, das zu deinen Gewohnheiten und Bedürfnissen passt.

Welches Tool für welchen Zweck?

Jetzt wird es praktisch: Welches Tool solltest du für welche Aufgabe nutzen? Hier sind konkrete Empfehlungen für typische Anwendungsfälle.

Für Texte schreiben (E-Mails, Briefe, Bewerbungen, Blogbeiträge) sind ChatGPT und Claude die erste Wahl. Beide liefern flüssige, gut formulierte Texte. Claude hat einen leichten Vorteil bei längeren, anspruchsvolleren Texten, ChatGPT ist schneller und vielseitiger bei kürzeren Aufgaben.

Für Recherche und Fakten eignen sich Gemini und Perplexity besonders gut. Gemini greift direkt auf die Google-Suche zu, Perplexity ist speziell für quellenbasierte Recherche gebaut. Beide liefern aktuelle Informationen mit Quellenangaben.

Für die tägliche Büroarbeit mit Microsoft-Produkten ist Copilot die naheliegende Wahl. E-Mails in Outlook formulieren, Tabellen in Excel erstellen, Präsentationen in PowerPoint gestalten: Copilot ist direkt integriert und versteht den Kontext deiner Arbeit.

Für kreatives Brainstorming (Ideen sammeln, Probleme aus neuen Perspektiven betrachten, ungewöhnliche Lösungen finden) funktionieren alle großen Anbieter gut. Persönlich finde ich Claude hier besonders angenehm, weil die Antworten oft kreativer und weniger formelhaft wirken.

Für Programmierung und technische Aufgaben haben alle großen Anbieter spezielle Stärken. ChatGPT und Claude können Code schreiben, erklären und debuggen. Wenn du programmierst oder automatisierst, wirst du hier fündig.

Ein Beispiel aus dem echten Leben: Eine selbstständige Grafikdesignerin nutzt Claude, um Konzepte für Kunden zu entwickeln und Projektbeschreibungen zu verfassen. Für die Rechnungsstellung nutzt sie Copilot in Excel. Und wenn sie schnell recherchieren muss, was gerade im Design-Bereich trendet, fragt sie Gemini. Sie wechselt also je nach Aufgabe, und das funktioniert hervorragend.

Mein Rat: Probiere zwei oder drei Anbieter aus. Stelle ihnen dieselbe Frage und vergleiche die Antworten. Du wirst schnell ein Gefühl dafür entwickeln, welches System zu dir passt.

Mobile Apps: KI in der Hosentasche

Alle großen KI-Assistenten gibt es auch als Apps für dein Smartphone. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten, denn KI ist plötzlich überall verfügbar, wo du gerade bist.

ChatGPT hat Apps für iOS und Android. Ein besonderes Feature: Du kannst mit der App sprechen, statt zu tippen. Stell dir vor, du fährst Auto und brauchst schnell eine Information. Du sagst einfach deine Frage, und ChatGPT antwortet mit gesprochener Stimme. Auch Fotos kannst du direkt aus der App heraus machen und analysieren lassen, etwa ein Rezept von einem Kochbuch abfotografieren und fragen, welche Zutaten du einkaufen musst.

Claude bietet ebenfalls eine mobile App mit ähnlichen Funktionen. Du kannst per Sprache kommunizieren, Bilder hochladen und Dokumente analysieren. Die App ist übersichtlich gestaltet und besonders für längere Gespräche angenehm.

Gemini ist auf Android-Geräten besonders gut integriert. Du kannst den Google-Assistenten durch Gemini ersetzen und so KI direkt über den Startbildschirm aufrufen. Auf iPhones gibt es Gemini als eigenständige App.

Copilot findest du sowohl als eigenständige App als auch integriert in die Microsoft-Apps. Wenn du Outlook oder Word auf dem Handy nutzt, ist Copilot dort direkt verfügbar.

Warum sind die mobilen Apps so praktisch? Hier ein paar Alltagsbeispiele:

Ein Handwerksmeister fotografiert auf der Baustelle ein Problem und fragt die KI, was schiefgelaufen sein könnte. Eine Studentin nutzt die Spracheingabe, um sich auf dem Weg zur Uni Zusammenfassungen vorlesen zu lassen. Ein Rentner fotografiert auf Reisen fremdsprachige Schilder und lässt sie übersetzen. Eine Büroangestellte diktiert im Bus schon mal den Entwurf einer E-Mail, die sie später am Computer fertigstellt.

Die mobilen Apps machen KI zu einem ständigen Begleiter. Du brauchst keinen Computer mehr, um die Vorteile zu nutzen. Alles, was du brauchst, hast du bereits in der Tasche.

Ein praktischer Tipp: Lade dir zwei oder drei Apps herunter und teste sie parallel. Die meisten sind kostenlos nutzbar, und du merkst schnell, welche App sich für dich am angenehmsten anfühlt.

Weitere Mitspieler: Von DeepSeek bis Llama

Die vier großen Namen sind dir jetzt vertraut. Doch die KI-Landschaft ist größer, und einige spannende Alternativen verdienen ebenfalls deine Aufmerksamkeit. Unser Promptgenerator unterstützt diese Tools, weil sie für bestimmte Aufgaben echte Stärken mitbringen.

DeepSeek: Der Überraschungsgast aus China

Im Januar 2025 sorgte DeepSeek weltweit für Schlagzeilen. Das chinesische Startup bewies, dass leistungsstarke KI nicht zwingend Milliarden kosten muss und überholte zeitweise sogar ChatGPT an der Spitze der App-Store-Charts. DeepSeek ist komplett kostenlos nutzbar und punktet besonders bei Mathematik und Programmierung. Das R1-Modell liefert Ergebnisse, die mit den besten westlichen Modellen mithalten können. Der Haken: Die Daten werden in China verarbeitet, und das System unterliegt chinesischer Regulierung. Für sensible Informationen ist das keine gute Wahl, für allgemeine Fragen und Experimente aber durchaus interessant.

Grok: Der Rebell von Elon Musk

Grok stammt von xAI, dem KI-Unternehmen von Elon Musk. Das Besondere: Grok hat direkten Zugang zu Echtzeitdaten der Plattform X (ehemals Twitter) und gibt sich bewusst weniger zurückhaltend als andere Assistenten. Das System beantwortet auch "spicy" Fragen, die andere KIs ablehnen würden. Die Basisversion ist kostenlos auf X und über grok.com nutzbar, erweiterte Funktionen (SuperGrok) kosten ab 30 Dollar monatlich. Grok eignet sich gut für aktuelle Themen, Trendanalysen und wenn du einen KI-Assistenten mit mehr Persönlichkeit suchst.

Mistral Le Chat: Die europäische Alternative

Das französische Startup Mistral hat mit Le Chat einen Assistenten geschaffen, der europäischen Datenschutzstandards entspricht. Le Chat ist besonders schnell (die "Flash Answers"-Funktion liefert bis zu 1000 Wörter pro Sekunde) und arbeitet mit der Nachrichtenagentur AFP zusammen, was für verlässliche Quellenangaben sorgt. Die Basisversion ist kostenlos, Pro kostet etwa 15 Dollar monatlich. Für Nutzer, denen Datenschutz wichtig ist und die einen europäischen Anbieter bevorzugen, eine echte Option.

Perplexity: Die Suchmaschine mit Quellenangaben

Perplexity ist streng genommen keine klassische KI wie ChatGPT, sondern eine "Antwortmaschine". Statt zehn blaue Links zu liefern wie Google, fasst Perplexity Informationen aus dem Web zusammen und nennt dabei immer die Quellen. Mit etwa 22 Millionen aktiven Nutzern hat sich Perplexity als Recherche-Werkzeug etabliert. Für Faktenprüfung, akademische Recherche und wenn du wissen willst, woher eine Information stammt, ist das Gold wert. Die kostenlose Version reicht für viele Aufgaben, Pro kostet 20 Dollar monatlich und bietet Zugang zu verschiedenen KI-Modellen.

Qwen: Der Open-Source-Champion aus China

Alibabas Qwen-Modelle gehören zu den leistungsstärksten frei verfügbaren KI-Systemen weltweit. Das aktuelle Qwen3 unterstützt über 100 Sprachen und kann kostenlos über chat.qwen.ai genutzt werden. In Benchmark-Tests erreicht Qwen Spitzenplätze, besonders bei Mathematik und Programmierung. Wie bei DeepSeek gilt: Die Daten werden in China verarbeitet. Für technische Nutzer, die Modelle lokal auf dem eigenen Computer betreiben möchten, sind Qwens offene Modelle besonders attraktiv.

Llama: Metas Geschenk an die Welt

Meta (Facebook) stellt mit Llama eine der wichtigsten Open-Source-Modellfamilien bereit. Das im April 2025 veröffentlichte Llama 4 versteht Text und Bilder gleichermaßen und unterstützt beeindruckende 200 Sprachen. Die Modelle können kostenlos heruntergeladen werden und bilden die Basis für unzählige andere KI-Projekte. Für Endanwender ist Llama weniger direkt nutzbar als ChatGPT oder Claude, da es technisches Know-how für die Installation erfordert. Aber wenn du tiefer in die KI-Welt einsteigen möchtest, führt an Llama kaum ein Weg vorbei.

Warum so viele Optionen?

Du fragst dich vielleicht: Brauche ich das alles? Die Antwort: Nein, nicht sofort. Für den Einstieg reichen die großen Vier (ChatGPT, Claude, Gemini, Copilot) völlig aus. Aber es ist gut zu wissen, dass Alternativen existieren. Perplexity für Recherche mit Quellenangaben, Mistral für europäischen Datenschutz, DeepSeek und Qwen für kostenlose Nutzung ohne strenge Limits. Unser Promptgenerator hilft dir, für jedes dieser Tools den optimalen Prompt zu erstellen. So bekommst du das Beste aus jedem Assistenten heraus, egal für welchen du dich entscheidest.

Deine Übung: Deinen ersten optimierten Prompt erstellen

Jetzt wird es praktisch. In dieser Übung lernst du den Promptgenerator kennen und erstellst deinen ersten optimierten Prompt für ein KI-Tool deiner Wahl.

Schritt 1: Öffne den Promptgenerator und wähle den Einsatzbereich

Rufe den Promptgenerator auf. Im ersten Feld wählst du den Einsatzbereich. Für diese Übung wähle "Text", denn wir arbeiten mit Sprachmodellen wie ChatGPT, Claude oder Gemini.

Schritt 2: Wähle dein LLM-Modell

Hier wird es spannend: Der Promptgenerator kennt die Besonderheiten jedes Modells. Wähle das Tool, das du nutzen möchtest, etwa ChatGPT, Claude, Gemini oder eines der anderen Modelle wie DeepSeek oder Perplexity. Der Generator passt den Prompt automatisch an die spezifischen Guidelines dieses Modells an.

Schritt 3: Wähle die Beschreibung

Im Feld "Beschreibung" legst du fest, welche Art von Aufgabe du erledigen möchtest. Das hilft dem Generator, den Prompt optimal zu strukturieren.

Schritt 4: Formuliere Ziel & Output

Jetzt beschreibst du in eigenen Worten, was du erreichen möchtest. Zum Beispiel: "Eine freundliche E-Mail an meine Nachbarin, in der ich mich für die Paketannahme bedanke" oder "Eine einfache Erklärung, wie Zinsen beim Tagesgeldkonto funktionieren".

Schritt 5: Lege die Tonalität fest

Wie soll die Antwort klingen? Formell oder locker? Sachlich oder emotional? Trage hier ein, welchen Ton du dir wünschst, etwa "freundlich und persönlich" oder "professionell und sachlich".

Schritt 6: Entdecke die drei Varianten

Nach dem Generieren siehst du drei Prompt-Varianten:

  • Die strukturierte Variante ist ausführlich und klar gegliedert. Sie eignet sich für komplexe Aufgaben, bei denen du detaillierte Ergebnisse brauchst.

  • Die kompakte Variante kommt auf den Punkt. Perfekt, wenn du schnelle Ergebnisse ohne viel Drumherum möchtest.

  • Die kreative Variante ermutigt die KI zu originelleren, überraschenderen Antworten. Ideal für Brainstorming und frische Ideen.

Schritt 7: Kopiere und teste

Wähle die Variante, die am besten zu deiner Aufgabe passt, kopiere den Prompt und füge ihn in dein gewähltes KI-Tool ein. Beobachte das Ergebnis: Entspricht es deinen Erwartungen?

Bonus-Experiment: Erstelle für dieselbe Aufgabe Prompts für zwei verschiedene Modelle (etwa einmal für ChatGPT, einmal für Claude). Du wirst sehen: Die generierten Prompts unterscheiden sich, weil jedes Modell seine eigenen Stärken hat, die der Generator berücksichtigt.

Fazit

Du weißt jetzt, welche großen KI-Assistenten es gibt und was sie voneinander unterscheidet. Du kennst die Unterschiede zwischen kostenlosen und bezahlten Versionen und kannst einschätzen, was für dich sinnvoll ist. Du hast einen Überblick über Stärken und Schwächen der verschiedenen Anbieter und weißt, welches Tool sich für welchen Zweck besonders eignet. Du hast entdeckt, dass KI dank mobiler Apps immer dabei ist. Und du kennst jetzt auch die spannenden Alternativen jenseits der großen Vier, von DeepSeek über Perplexity bis hin zu den Open-Source-Modellen.

Im nächsten Artikel "Anmelden und loslegen: Dein Start in 10 Minuten" zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du dich bei einem KI-Assistenten anmeldest und deine erste Unterhaltung führst. Keine Theorie mehr, sondern reine Praxis.

Bis dahin: Probiere ruhig schon die eine oder andere App aus. Du brauchst nur eine E-Mail-Adresse und kannst in wenigen Minuten starten. Die KI-Welt wartet auf dich, und der Einstieg ist leichter, als du denkst.

Autor

Sebastian Rydz

Das OptiPrompt Team teilt Wissen und Best Practices rund um KI und Prompt Engineering, um dir zu helfen, bessere Ergebnisse mit KI-Modellen zu erzielen.

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